Der Schulsanitätsdienst: Generelles, Ausbildung & Material

Vielleicht habt ihr es schon bemerkt, wahrscheinlich aber noch nicht. Auch dieser Beitrag wurde nicht von SaniOnTheRoad selber, sondern von jemand anderem – nämlich von mir – geschrieben. Ich – das beschreibt mich selber ziemlich gut, wie ich finde. Da ihr damit aber nichts anfange könnt, nochmal ein paar Sätze zu mir: Ich bin Niklas und selber seit fast drei Jahren im Schulsanitätsdienstdienst und der Jugendfeuerwehr tätig und hab daher so einen gewissen Draht zu rettungsdienstlichen Themen und lese diesen Blog schon eine ganze Weile. Nachdem ich nun dachte, es wäre durchaus interessant, ein wenig über den Schulsanitätsdienst – kurz auch SSD – zu berichten.

Der Schulsanitätsdienst: Was ist das überhaupt?

Der Schulsanitätsdienst, was ist das denn überhaupt? Einige von euch werden mit dem Begriff bestimmt etwas anfangen können, anderen bestimmt nicht. Der Schulsanitätsdienst eine eine Gruppe von Schülern an einer Schule, die in Erster Hilfe ausgebildet sind. Die genaue Organisation ist schulabhängig, oft allerdings ist der SSD als AG (Arbeitsgemeinschaft, treffen am Nachmittag) organisiert, teilweise auch als Wahl- oder Wahlpflichtfach, das heißt, die Gruppentreffen werden in den Unterricht eingebunden. Durch den Schulsanitätsdienst wird eine Erstversorgung der Mitschüler*innen sichergestellt, das heißt eigentlich viel “Pflaster kleben”, “Eltern informieren” aber auch durchaus mal “RTW rufen”.

Der Schulsanitätsdienst (kurz SSD) ist also zusammenfassend dazu da, Schüler mit Erste-Hilfe-Maßnahmen zu versorgen. Organisiert ist er dabei oft als Arbeitsgemeinschaft (AG).

Wie wird der SSD alarmiert?

Es gibt hier sehr große Unterschiede, allerdings gibt es einige gängige Methoden, u.a.:

  • Alarmierung per Diensthandy
  • Alarmierung per Privathandy (kommt teilweise noch vor, auch, wenn es eigentlich ziemlich traurig ist…)
  • Alarmierung per Gebäudedurchsage
  • sehr fortschrittlich: Alarmierung per Pager (bei uns ohne Text)

Auch hier gilt, dass die Alarmierung schulabhängig ist, wir verwenden Pager, haben früher aber auch Handys benutzt.

Wie ist der Schulsanitätsdienst ausgestattet?

Hier muss man sagen, man kann es nicht genau sagen, das ist sehr unterschiedlich. Basisausstattung ist ein Sanitätsraum und Erste Hilfe Material, wie man es zum Beispiel in PKW-Verbandkästen findet. Es sollte dazu – manchmal direkt im Sanitätstraum, manchmal im Lehrerzimmer, Sekretariat o.ä. – einen Kühlschrank mit Kühlkissen geben. Die Ausstattung kann aber durchaus weit darüber hinaus gehen, angefangen mit einem Beatmungsmasken, einigen Materialvorräten, einfachen Warnwesten oder T-Shirts bis zum Beispiel dem, was wir inzwischen im SSD haben:

Auch unser SSD hat aber mal klein angefangen und ist über die Zeit gewachsen. Es ist also nichts schlimmes dabei, kleiner anzufangen und erstmal nur die Basics zu erlernen und zu können.

Auch hier lässt sich nichts allgemeines festhalten: Es gibt viele Möglichkeiten von sehr wenig Material bis wir haben so ungefähr alles, was man als Ersthelfer darf – auch hier ist es schulabhängig, was vorhanden ist.

Wie ist der SSD ausgebildet?

Na ja, auch hier muss man festhalten: Es gibt Unterschiede. Zwischen: “wir wählen das an und machen erstmal zwei Jahre 1,5 Stunden Ausbildung die Woche in der Schule und schreiben eine Abschlussprüfung, bevor wir arbeiten” (Nachbarschule) und “wir kriegen einen Erste-Hilfe-Kurs und dann wird zusammen mit erfahrenen Sanitäter*innen gearbeitet” (unsere Schule) scheint alles dabei zu sein. Ich finde unser Konzept, nach der Ausbildung (teilweise auch schon vor der Ausbildung, dann im Idealfalls aber zusammen mit zwei erfahrenen Sanitäter*innen) zusammen mit erfahrenen Sanitäter*innen Dienste zu verrichten, eigentlich eine gute Möglichkeit, Learning-By-Doing zu betrieben, letztendlich muss aber jeder SSD selber entscheiden, wie er seine Ausbildung organisieren möchte.

Die Ausbildung variiert stark je nach Schule, von Ersthelfer-Kurs bis 2 Jahre 1,5 Stunden in der Woche Ausbildung ist vieles dabei.

Fazit

Der SSD ist alles in einem sehr schulabhängig, da er auch von der Schule organisiert wird. Es gibt super professionell arbeitende SSD, aber auch welche, die sich nicht auf einem so hohen Niveau bewegen. Alles in einem finde ich den SSD aber eine gute Lösung, um Schüler Verantwortung übernehmen zu lassen und sie an die Erste Hilfe heranzuführen – dazu macht es auch noch Spaß, anderen zu helfen. Es ist also alles in einem ein tolles Projekt an der Schule.

Durchaus ist noch ein zweiter Teil geplant, wo ich unter anderem auf die Themen “Struktur” & “typische Abläufe” einheben möchte, wenn ihr also Fragen rund um das Thema SSD habt oder gerne etwas genauer erklärt haben möchtet, lasst es mich (z.B. mit den Kommentaren auf der Webseite) wissen!

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Schulsanitäter, Ersthelfer und Gastautor des Blogs. Hat mehrere EH-Kurse besucht und mittlerweile 3 Jahre Erfahrung im Schulsanitätsdienst. Meine Schwerpunkte liegen auf der erweiterten Ersten Hilfe.


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